Auf einen Blick
- Spieler
- 2 bis 6
- Karten
- 52 Karten (französisches Blatt), 5 pro Person
- Dauer
- ca. 3–10 Minuten pro Partie, je nach Spielerzahl
- Ziel
- Als Erstes alle Handkarten ablegen
- Schwierigkeit
- Leicht – gut für Einsteiger und Kinder
Ziel des Spiels
Bei Mau-Mau willst du deine Handkarten möglichst schnell loswerden. Wer als Erstes keine Karte mehr hat, gewinnt sofort, alle anderen verlieren.
Punkte gibt es keine. Spielt ihr im selben Raum mehrere Runden, zählt der Spielstand mit, wer wie oft gewonnen hat.
Vorbereitung und Austeilen
Für das Mau-Mau-Kartenspiel nehmen wir ein französisches Blatt mit 52 Karten: Kreuz, Pik, Herz und Karo, jeweils von der 2 bis zum Ass. Nach dem Mischen bekommt jeder fünf Karten.
Eine Karte kommt offen in die Mitte – nie eine 7, eine 8 oder ein Bube, damit niemand gleich zu Beginn bestraft wird. Der Rest bildet verdeckt den Ziehstapel.
Gespielt wird reihum in der Sitzreihenfolge. Die erste Runde in einem Raum beginnt der erste Platz am Tisch, jede weitere Runde der jeweils nächste Platz.
Spielablauf: Farbe oder Wert bedienen
Wenn du dran bist, legst du genau eine Karte, die zur obersten passt: gleiche Farbe oder gleicher Wert. Auf die Herz 9 passt also jede Herz-Karte und jede andere 9.
Kannst oder willst du nicht legen, ziehst du eine Karte – das darfst du auch, wenn du etwas Passendes hättest. Passt die gezogene Karte, darfst du sie sofort legen (nur diese) oder behalten. Passt sie nicht, ist der Nächste dran. Mehr als eine Karte ziehst du freiwillig nie.
Ist der Ziehstapel leer, wird der Ablagestapel bis auf die oberste Karte neu gemischt und zum neuen Ziehstapel. Gibt es gar nichts mehr zu ziehen, passt du.
Sonderkarten: 7, 8 und Bube
Nur drei Werte haben eine Wirkung. 7 und 8 legst du wie jede Karte passend, nur der Bube passt immer. Alle übrigen Karten, auch das Ass, sind normale Karten.
- 7 – zwei ziehen: Der Nächste muss zwei Karten ziehen, es sei denn, er legt selbst eine 7 (egal welche Farbe). Dann zieht der Übernächste vier, danach sechs und so weiter. Solange Strafkarten offen sind, hilft nur eine 7, kein Bube.
- Wer die Strafkarten zieht, ist mit seinem Zug fertig. Danach wird die 7 ganz normal mit Farbe oder Wert bedient.
- 8 – aussetzen: Der Nächste wird übersprungen. Zu zweit bist du also sofort wieder dran.
- Bube – wünschen: Ein Bube passt auf jede Karte, und du wünschst dir eine Farbe (auch seine eigene). Wer danach dran ist, muss diese Farbe oder einen Buben legen – oder ziehen. Der Wunsch gilt, bis jemand eine Karte legt; wer nur zieht, ändert nichts daran.
„Mau“ und „Mau-Mau“: das Spielende
Hat jemand nur noch eine Karte, heißt es „Mau!“. Bei Tavern Jack sagt das Spiel das automatisch an – vergessen kannst du es nicht, und eine Strafe gibt es dafür nicht.
Wer die letzte Karte legt, hat „Mau-Mau“ und gewinnt. Das darf jede Karte sein, auch eine 7, eine 8 oder ein Bube – ihre Wirkung entfällt, weil die Partie vorbei ist. Mit „Nochmal!“ startet der Gastgeber im selben Raum die nächste Runde.
Beispiel: eine Partie zu zweit
Du spielst gegen Kalle, oben liegt die Herz 9. In dieser Übungspartie hast du ausnahmsweise sieben statt fünf Karten: Herz-König, Pik 7, Kreuz 7, Kreuz 8, Pik-Bube, Karo 4 und Herz 2.
Genau diese Partie spielst du in unserer Anleitung Schritt für Schritt selbst nach.
- Du legst den Herz-König (gleiche Farbe), Kalle den Pik-König (gleicher Wert).
- Du legst die Pik 7, Kalle kontert mit der Karo 7. Mit deiner Kreuz 7 gibst du die Strafe weiter: Kalle hat keine 7 mehr und zieht sechs Karten.
- Die Kreuz 8 passt auf die Kreuz 7 und lässt Kalle aussetzen – zu zweit bist du sofort wieder dran.
- Du legst den Pik-Buben und wünschst dir Karo. Kalle hat weder Karo noch Buben, zieht, und die Karte passt nicht.
- Du legst die Karo 4 – „Mau!“, nur die Herz 2 bleibt übrig. Kalle legt die Pik 4.
- Die Herz 2 passt nicht, also ziehst du: Die Herz 4 passt im Wert, du legst sie sofort. Kalle legt die Herz-Dame, du die Herz 2 – „Mau-Mau“!
Varianten und Hausregeln
Mau-Mau wird fast in jeder Familie etwas anders gespielt. Verbreitete Hausregeln – und was bei uns gilt:
- 32 Karten: Oft spielt man mit Skatblatt (7 bis Ass), beim deutschen Blatt übernimmt der Unter die Rolle des Buben. Bei uns sind alle 52 Karten im Spiel.
- Legepflicht oder Ziehen, bis eine Karte passt: Bei uns darfst du auch freiwillig ziehen, aber höchstens eine Karte pro Zug.
- Ass lässt aussetzen, oder eine 8 darf mit einer 8 weitergegeben werden: Bei uns lässt nur die 8 aussetzen, und zwar sofort.
- Nach den Strafkarten noch eine Karte legen: Bei uns endet der Zug mit dem Ziehen.
- Kein Bube auf Bube, kein Bube als letzte Karte: Bei uns ist beides erlaubt.
- Punkte für die übrigen Handkarten: Bei uns zählen nur Siege.
Tipps für Einsteiger
- Heb dir einen Buben für den Notfall auf. Er passt fast immer – nur nicht gegen offene 7er-Strafkarten.
- Wünsch dir die Farbe, von der du selbst am meisten hast. Dann stehen die Chancen gut, dass du bald wieder legen kannst.
- Merk dir, wer bei welchem Wunsch ziehen musste: Diese Farbe fehlt ihm vermutlich.
- Behalte eine 7 als Konter. Kommt eine 7 auf dich zu, gibst du die Strafe weiter, statt selbst zu ziehen.
- Hat der Spieler nach dir nur noch eine Karte, bremst du ihn mit einer 8 oder 7 – außer seine letzte Karte ist selbst eine 7.