Auf einen Blick
- Auch bekannt als
- Spider Solitaire, Spider-Patience
- Spieler
- 1 – eine Patience für dich allein
- Karten
- 104 Karten (zwei Blätter ohne Joker)
- Dauer
- ca. 10–20 Minuten pro Partie, mit 4 Farben oft länger
- Ziel
- Acht Folgen von König bis Ass in einer Farbe bilden
- Schwierigkeit
- Wählbar: 1 Farbe (leicht), 2 Farben (knifflig), 4 Farben (schwer)
- Stapel
- 50 Karten – fünfmal austeilen, je 10 Karten
Ziel des Spiels
Am Ende sollen alle 104 Karten in acht vollständigen Folgen aus dem Spiel sein. Eine Folge ist eine Reihe von König bis Ass in einer Farbe: König, Dame, Bube, 10, 9 … 2, Ass – zum Beispiel alles Pik. Der König ist die höchste Karte, das Ass die niedrigste.
Anders als bei Solitär (Klondike) oder FreeCell gibt es keine Ablagen, auf die du Karten einzeln legst: Eine Folge wandert erst als Ganzes ab, sobald sie komplett in einer Spalte liegt. Dahin kommst du, indem du die zehn Spalten umsortierst, verdeckte Karten freilegst und, wenn nichts mehr geht, neue Karten vom Stapel austeilst.
Aufbau: zehn Spalten und der Stapel
Gespielt wird mit zwei Blättern, zusammen 104 Karten ohne Joker. Daraus entstehen zehn Spalten: Die ersten vier bekommen je 6 Karten, die übrigen sechs je 5 – zusammen 54 Karten. Jeweils nur die oberste Karte liegt offen, alle anderen verdeckt.
Die übrigen 50 Karten liegen verdeckt als Stapel oben links. Sie reichen für fünfmal Austeilen mit je zehn Karten. Fertige Folgen legt das Spiel auf die Ablage – so siehst du immer, wie viele du schon geschafft hast. Bei Tavern Jack mischt und teilt das Spiel für dich aus.
Schwierigkeit: 1, 2 oder 4 Farben
Bei Spider bestimmt die Zahl der Farben, wie schwer es wird. Bei Tavern Jack wählst du sie für freie Partien auf dem Startbildschirm; Standard ist 1 Farbe, und auch das Tages-Spider läuft immer mit einer Farbe.
Es sind immer 104 Karten und acht Folgen – nur auf wie viele Farben sie sich verteilen, ändert sich:
- 1 Farbe: nur Pik – acht Folgen Pik. Leicht und Standard, gut zum Einsteigen.
- 2 Farben: Pik und Herz – je vier Folgen. Knifflig, weil gemischte Reihen öfter im Weg liegen.
- 4 Farben: Pik, Herz, Kreuz und Karo – je zwei Folgen. Richtig schwer, hier zählt jeder Zug.
Anlegen: absteigend, Farbe egal
In den Spalten legst du absteigend an, immer genau eins kleiner: auf eine 8 eine 7, darauf eine 6 und so weiter. Die Farbe spielt dabei keine Rolle – die Herz 6 darf auf die Pik 7. „Farbe“ meint bei Spider übrigens die Kartenfarbe (Pik, Herz, Kreuz, Karo), nicht rot oder schwarz.
Der König ist die höchste Karte: Er passt auf nichts und kann nur in eine leere Spalte. Das Ass ist die niedrigste – auf ein Ass kann nichts mehr gelegt werden.
Eine leere Spalte ist wertvoll: Dorthin darf jede Karte, nicht nur ein König – auch eine ganze Reihe in einer Farbe. Nur eine komplette Spalte in eine leere Spalte zu schieben ist nicht erlaubt, das brächte nichts. Bei Tavern Jack tippst du eine Karte an, und sie springt an den besten Platz – oder du ziehst sie dorthin, wo du sie haben willst.
Reihen verschieben: nur in einer Farbe
Hier liegt der Kniff bei Spider: Anlegen darfst du auf jede Farbe, zusammen bewegen lassen sich aber nur Reihen in einer Farbe. Liegen Pik 9, Pik 8 und Pik 7 lückenlos absteigend aufeinander, kannst du die drei als Ganzes umziehen – oder nur Pik 8 und 7, oder nur die Pik 7.
Die Länge ist dabei nicht begrenzt: Anders als bei FreeCell, wo freie Zellen und leere Spalten bestimmen, wie viele Karten auf einmal gehen, zieht eine Reihe in einer Farbe immer als Ganzes um – auch vom König bis zum Ass.
Liegt eine Reihe gemischt, etwa Pik 9, Herz 8, Pik 7, bewegst du nur den oberen Teil, der in einer Farbe liegt – hier also nur die Pik 7. Die Herz 8 kommt erst frei, wenn die Pik 7 weg ist. Gemischte Reihen sind bequem zum Parken, später aber oft im Weg. Mit 1 Farbe passiert das nie – da sind alle Karten Pik.
Liegt in einer Spalte keine offene Karte mehr, dreht das Spiel die oberste verdeckte Karte von selbst um.
Fertige Folgen: König bis Ass in einer Farbe
Sobald in einer Spalte eine vollständige Folge von König bis Ass in einer Farbe offen ganz oben liegt, wandert sie von selbst aus dem Spiel auf die Ablage – das bringt 100 Punkte. Bleibt danach keine offene Karte in der Spalte, wird die nächste verdeckte umgedreht.
Die Folge muss lückenlos, in einer Farbe und oben in der Spalte liegen: König, Dame, Bube, 10 … 2, Ass. Steckt eine Karte einer anderen Farbe dazwischen, zählt sie nicht – dann musst du erst umsortieren. Von Hand abräumen musst du nichts, das passiert immer automatisch.
Austeilen vom Stapel
Geht in den Spalten nichts Sinnvolles mehr, tippst du den Stapel an: Er legt auf jede der zehn Spalten eine Karte, offen. Das geht fünfmal, dann ist der Stapel leer. Austeilen zählt als Zug.
Bei Tavern Jack gilt die klassische Regel: Ausgeteilt wird nur, wenn keine Spalte leer ist. Hast du eine leere Spalte, füllst du sie zuerst mit einer Karte oder Reihe. Die neuen Karten landen auch auf deinen schön sortierten Reihen – deshalb lohnt es sich, vorher so viel wie möglich zu ordnen.
Ende und Wertung
Gewonnen hast du, wenn alle acht Folgen fertig sind. Zurücknehmen geht bis zu 200 Schritte zurück, und „Tipp“ schlägt dir einen sinnvollen Zug vor: eine Folge fertig machen, eine verdeckte Karte freilegen oder eine Reihe in einer Farbe bauen – und wenn das alles nicht geht, austeilen. Steckst du fest, kannst du aufgeben – dann zählen die Punkte bis dahin. Gezählt wird ohne Uhr, angelehnt an das klassische Windows-Spider:
- Start: 500 Punkte
- Jeder Zug: −1 Punkt – auch Austeilen und Zurücknehmen
- Jede fertige Folge: +100 Punkte
- Nimmst du den Zug zurück, der eine Folge fertig gemacht hat, sind auch ihre 100 Punkte wieder weg.
- Unter 0 Punkte fällt der Stand nie.
- Höchstens möglich sind also 1.300 Punkte minus der Zahl deiner Züge – wer mit wenigen Zügen löst, bekommt mehr.
Tages-Spider: jeden Tag dasselbe Blatt für alle
Beim Tages-Spider bekommen alle am selben Tag dasselbe Blatt – immer mit einer Farbe. So kannst du dich direkt mit deinen Freunden vergleichen. Anders als beim Tages-Solitär prüft kein Löser das Blatt vorab, mit einer Farbe lassen sich aber die meisten Blätter mit gutem Spiel lösen.
Für die Tages-Bestenliste zählt dein erster Durchgang. Jeder Zug wird auf dem Server nachgespielt, schummeln geht nicht. Dein Ergebnis kannst du ohne Spoiler teilen – mit Punkten, fertigen Folgen, Zahl der Züge und wie oft du etwas zurückgenommen hast.
Herkunft und Varianten
Spider gehört zu den bekanntesten Patiencen mit zwei Blättern. Berühmt gemacht hat es Microsoft: Spider Solitaire erschien 1998 im Zusatzpaket Plus! 98 und war danach bei Windows ME und Windows XP dabei. Die Stufen mit 1, 2 oder 4 Farben kennen viele von dort.
Verwandte Patiencen: Spiderette ist Spider mit nur einem Blatt, ausgelegt in sieben Spalten wie bei Klondike. Bei Scorpion wird ebenfalls mit einem Blatt nach Farbe gebaut, dafür darf man jede offene Karte samt allem, was auf ihr liegt, verschieben.
Auch Spider selbst wird unterschiedlich gespielt: Manche Versionen erlauben das Austeilen trotz leerer Spalten, andere zählen Punkte anders oder spielen auf Zeit. Bei Tavern Jack gilt die klassische Regel – ausgeteilt wird nur ohne leere Spalte –, dazu die Wertung nach Windows-Art ohne Uhr, Reihen in einer Farbe in beliebiger Länge und automatisches Abräumen fertiger Folgen.
Tipps für Einsteiger
- Bau möglichst in derselben Farbe: Eine Herz 6 auf einer Pik 7 ist erlaubt, blockiert aber später, weil gemischte Reihen nicht zusammen umziehen. Hast du die Wahl, leg auf dieselbe Farbe.
- Leg verdeckte Karten frei: Fang bei den Spalten mit den meisten verdeckten Karten an – je mehr du siehst, desto besser kannst du planen.
- Leere Spalten sind Gold wert. Nutz sie als Zwischenlager, um Reihen umzusortieren, und füll sie nicht vorschnell mit einer einzelnen Karte, die auch anderswo Platz hätte. Vor dem Austeilen musst du sie allerdings füllen.
- Teil erst aus, wenn in den Spalten nichts Sinnvolles mehr geht – und räum vorher auf: Jede neue Zehnerreihe deckt deine Reihen zu.
- Neu bei Spider? Fang mit 1 Farbe an. Mit 2 oder 4 Farben sortierst du lieber eine Reihe sauber in einer Farbe, als viele Karten gemischt zu stapeln – ein König in einer leeren Spalte ist ein guter Start für eine lange Reihe.
- Hängst du fest, nimm ein paar Züge zurück und probier einen anderen Weg. „Tipp“ schlägt einen sinnvollen Zug vor – ist aber kein Löser und sieht nicht voraus, ob das Blatt aufgeht.